Wühlmäuse

Im Gegensatz zum Maulwurf kann eine Wühlmaus große Schäden im Garten verursachen. Die Wühlmäuse ist eine Unterfamilie der sogenannten Wühler. Von den Tieren gibt es insgesamt 150 Arten. Sie ernähren sich von Pflanzenteile. Wenn eine Wühlmaus an den Wurzeln einer Pflanze nagt, verkümmert diese und stirbt schließlich.

Wühlmausarten

Von den 150 Arten können hier natürlich nur die wichtigsten behandelt werden. Wühlmäuse sind auf der ganzen Welt verbreitet. In Deutschland kommen insbesondere vier Wühlmausarten einem Hobbygärtner in die Quere. Diese stellen wir Ihnen im Einzelnen etwas genauer vor.

Schermäuse

heißen umgangssprachlich auch Wasserratten, da sie in der Nähe von Gewässer leben. Es gibt die Ost- West und die Gebirgsschermaus. In Europa herrscht die Ostschermaus vor.  Die Westschermaus kommt vor allem in Frankreich, Spanien und Portugal vor. Es gibt Populationen, die nur im Wasser leben, während andere das Land bevorzugen. Schermäuse, die nur am Land leben sind ein wenig kleiner.

Ihre Kopf-Rumpflänge beträgt zwischen 13 und 16,5 Zentimeter. Im Wasser lebende Tiere erreichen eine Länge von 24 Zentimetern. Aquatisch lebende Tiere legen ihre Gänge in der Nähe des Ufers an. Sie leben oberhalb und unterhalb der Wasserlinie. Terrestrisch Schermäuse (die auf dem Land leben) bauen ihre Gänge knapp unterhalb der Oberfläche. Sie sind ähnlich wie von Maulwürfen angelegt. Ein Unterscheidungsmerkmal ist die Form des Erdhügels. Dieser ist flacher und nicht so stabil wie beim Maulwurf. Die Nahrung besteht aus Knollen, Wurzeln und Zwiebeln. Aquatische Tiere fressen in erster Linie Wasserpflanzen.

Die Feldmaus

gehört zu den häufigsten Säugetieren und vermehrt sich unter guten Lebensbedingungen massenhaft. Das Tier ist zwischen 9 und 12 Zentimeter lang. Hinzu kommt der Schwanz, der bis zu 4 Zentimeter lang werden kann. Das Tier kommt vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen, Äcker und Weiden. Sie leben in Kolonien zusammen und bewohnen in dichtes Netz von Laufgängen. Diese sind viele Meter lang und miteinander verbunden.

Die Tiere sind sowohl am Tag als auch in der Nacht drei bis vier Stunden aktiv und ruhen sich dann aus. Feldmäuse vermehren sich sehr schnell. Die Tragzeit ist mit 21 Tagen sehr kurz. Nach nur 14 Tagen sind die Weibchen geschlechtsreif. Ein Monat nach der Geburt kann ein Jungtier schon die ersten eigenen Jungen zur Welt bringen. Natürliche Feinde sind verschiedene Raubvogelarten (Turmfalke, Waldohreule) und das Mauswiesel.

Die Rötelmaus

Rötelmaus
Die Rötelmaus kommt vor allem in Waldgebieten vor.

nennen manche auch Waldwühlmaus. Das Tier hat eine rötliche Fellfärbung und lebt bevorzugt in Wäldern. Das Nagetier ist in ganz Europa und in Nordasien verbreitet. Neben Wäldern lebt sie auch in der Nähe von fließenden Gewässern. Die Maus wohnt in unterirdischen Gängen, die nur ein paar Zentimeter unter der Erde verlaufen. Die Gänge bilden ein verzweigtes Netz. Manche Gänge verlaufen auch blind. Dort legt die Rötelmaus Nahrungsvorräte und Nester an. Sie baut auch Nester an der Oberfläche zum Beispiel in verrotteten Baumstümpfen.

Die Aktivitätszeiten der Maus hängen von vielen Faktoren ab. Vor allem im Sommer ist sie vor allem Nachtaktiv, da ihre Feinde am Tag jagen. Im Winter hingegen ist die Aktivität gleichmäßig über den Tag verteilt. Die Rötelmaus ernährt sich in erster Linie von Gräsern, Früchten, Moosen und andern Pflanzenteilen. Darüber hinaus verschmäht sie auch Würmer, Insekten und Spinnen nicht. Die Rötelmaus lebt in Gruppen. Die Paarungszeit beträgt 17 Tage, wenn das Nahrungsangebot optimal ist. Das Weibchen bringt drei bis sieben Junge zur Welt. Die Weibchen werden meist schon nach vier Wochen geschlechtsreif.

Die Bisamratte

kommt ursprünglich aus Nordamerika. Sie ist die größte Wühlmausart. Vermutlich wurden die ersten Tiere Anfang des 20. Jahrhundert in Böhmen ausgesetzt. Von dort verbreiteten sie sich nicht nur in Böhmen, sondern auch in anderen Ländern aus. Darüber hinaus kam es zu Auswilderungen in anderen Ländern, so dass sich die Tiere rasch auf der ganzen Welt verbreiteten. Die Bisamratte lebt im Wasser. Sie kann sehr gut schwimmen und bis zu zehn Minuten tauchen. Die Tiere sind in der Nacht und der Dämmerung aktiv. Die Aktivität ist abhängig von den Störungen. Wenn sie nicht durch Feinde oder den Menschen gestört werden, sind die Tiere auch am Tag unterwegs.

Wie andere Wühlmäuse auch baut die Bisamratte Erdbauten in Ufernähe. Diese liegen normalerweise unter Wasser. Problematisch ist dies, weil die Tiere auch Dämme und andere Befestigungen untergraben. Das kann für die Wasserwirtschaft zu einem Problem werden. Falls Erdbauten nicht möglich sind, errichten die Bisamratten sogenannte Bisamburgen aus Röhricht. Diese sind zwischen 0,5 und 2 Metern hoch. Die Nahrung besteht in erster Linie aus Uferpflanzen. Sie fressen allerdings auch Getreide, Obst und Gemüse. Obwohl sie sich meist pflanzlich ernähren, fressen sie auch Wasserschnecken, Krebse, Frösche und Fische. Bisamratten werden selten älter als drei Jahre. Das liegt daran, dass sie die Mahlzähne abgenutzt haben und an Nahrungsmangel sterben. Die Bisamratten haben auch einige Feinde. Sie werden vom Uhu, Fischotter und vom Rotfuchs gejagt.

Schaden für den Gartenbesitzer

wuehlmausschaden
Wühlmausschäden bei der Kartoffelernte (© Holger Casselmann, Lizenz CC BY-SA 3.0)

Eine Wühlmaus braucht am Tag ungefähr 60 bis 100 Gramm Nahrung, was etwa 80 Prozent ihres Körpergewichts entspricht. Außerdem legen die Tiere noch Vorräte für den Winter an. Eine Wühlmaus im Garten kann Ihre Pflanzen innerhalb weniger Tage erheblichen Schadenzufügen. Im Garten ernähren sich die Nagetiere von den Wurzeln von Bäumen, Zierhölzer, Pflanzen und Gräser. Auch Blumenzwiebel und Gemüse verschonen die Tiere nicht. Wühlmäuse, die in der Nähe von Gewässern leben, ernähren sich von Wasserpflanzen. Im Sommer ernährt sich die Wühlmaus hauptsächlich von oberirdischen Pflanzenteile. Das ist zwar nicht schön, fügt der Pflanze aber keinen großen Schaden zu. Im Winter allerdings weicht das Tier auf die unterirdischen Pflanzenteile aus, wovon sich die Pflanze nur noch schwer erholt.

Da die Nagetiere auch Gemüse verzehren, vermindert sich die Ausbeute des Gartens erheblich. Fast alle Gemüsearten werden von der Wühlmaus als Nahrung benutzt.

Die Wühlmaus befällt nicht nur krautige Pflanzen, sondern auch Bäume dienen als Nahrungsquelle. Auch hier werden vor allem die Wurzeln verzehrt. Diese dienen nicht nur als Nahrungsquelle, sondern auch zum Schärfen der Zähne. Der Befall zeigt sich meist erst im nächsten Jahr. Die Bäume treiben nicht aus, sitzen sehr locker in der Erde und können teilweise sogar mit der Hand herausgezogen werden.

Wühlmäuse zerstören auch die Grasnarbe. Das hängt weniger mit ihrer Gefräßigkeit zusammen, sondern vielmehr mit der Grabtätigkeit. Der Hobbygärtner ärgert sich über die zusätzliche Arbeit. Einen größeren Schaden hat der Landwirt. Die Wiese verkrautet stark und der Ertrag geht zurück. Vor allem ältere Menschen sollten daran denken, dass durch die Wühlmäuse Pflastersteine einsinken können. Dadurch entsteht eine unebene Fläche, was zu einer gefährlichen Stolperfalle werden kann.

So erkennen Sie eine Wühlmaus

Um Probleme mit den Behörden zu vermeiden ist es wichtig, dass Sie zweifelsfrei erkennen, welchen ungebetenen Gast Sie in Ihrem Garten beherbergen. Folgende Kennzeichen sind für eine Wühlmaus charakteristisch:

  • Wühlmäuse häufe zwar auch Erde auf, aber die Haufen bleiben dabei eher flach und länglich
  • Der Eingang liegt nicht in der Mitte, sondern seitlich
  • Betrachten Sie den Haufen genau. Meist enthält ein Wühlmaushaufen Reste von pflanzlichen Bestandteilen
  • Ein wichtiger Hinweis ist die sogenannte „Verwühlprobe“. Zerstören Sie den Eingang des Hügels. Handelt es sich um eine Wühlmaus, dann stellt diese den Eingang innerhalb weniger Stunden wieder her. Ein Maulwurf hingegen legt den Zugang an einer anderen Stelle.

Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie Sie die Plagegeister loswerden können.