So können Sie Maulwurf und Wühlmaus vertreiben

Maulwürfe und Wühlmäuse sind schon seit Jahrhunderten der Feind der Gärtner und Landwirte. Erst allmählich setzt sich die Erkenntnis durch, dass es sich bei dem Maulwürfen um keine Schädlinge handelt. Es macht nicht nur keinen Sinn, einen Maulwurf zu vertreiben, sondern Sie machen sich damit auch strafbar. Anders sieht es mit den Wühlmäusen aus. Diese sind nicht geschützt. Sie dürfen eine Wühlmaus vertreiben und sogar töten. Trotzdem gibt es auch hier einige Einschränkungen, die im nachfolgendem Kapitel behandelt werden.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Der Maulwurf steht unter Naturschutz und gehört zu den sogenannten „besonders geschützten Tieren“. Sie dürfen einen Maulwurf somit weder

  • fangen
  • verletzten
  • noch töten

Diese Verbote beziehen sich auch auf den Nachwuchs der Tiere. Falls Sie der Meinung sind, dass ein Zusammenleben mit den Tieren nicht möglich ist, dann ist eine Ausnahmeregelung bei den zuständigen Naturschutzbehörden möglich. Allerdings reicht eine bloße Schädigung des Gartens häufig nicht aus, um eine solche zu bekommen. Falls Sie trotzdem gegen das Naturschutzgesetz handeln sollten, sind Strafen von bis zu 50.000 Euro möglich. Meist wird zwar das Strafmaß deutlich geringer ausfallen, aber mit mehreren tausend Euro ist zu rechnen.

Bei der Wühlmaus sieht es anders aus. Diese ist nicht durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt. Sie können den Schädling also ohne Strafe bekämpfen. Allerdings müssen Sie dabei den ersten Absatz des Paragraphen 4 des Tierschutzgesetztes beachten. Sie dürfen dem Tier keine vermeidbaren Schmerzen zufügen. Überschütten Sie das Tier also nicht mit Säure, verwenden Sie keinen elektrischen Strom und auch kein Feuer. Außerdem dürfen Sie das Tier nur töten, wenn Sie die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen. Im Zweifelsfall ist es besser, einen Fachmann um Hilfe zu bitten. Das kostet zwar ein paar Euro, doch Sie sind damit auf der sicheren Seite.

Verschiedene Methoden um Wühlmäuse und Maulwürfe zu vertreiben

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, um die Tiere wieder loszuwerden.

  • Sie können die Tiere vertreiben. Dazu verwenden Sie am besten unangenehme Gerüche oder Lärm
  • Sie fangen die Tiere und setzen sie an einen anderen Ort wieder aus
  • Sie töten die Wühlmäuse

Aus naturschutzrechtlichen Gründen kommt bei den Maulwürfen höchstens die erste Methode zum Einsatz. Doch auch hier sollten Sie vorsichtig sein und besser einen Experten um Rat fragen. Streng genommen dürfen Sie das Tier auch in ihrem Lebensraum nicht stören. Sie dürfen einen Maulwurf auch nicht fangen und an einer anderen Stelle wieder aussetzen. Das Tier ist dabei einen hohen Stress ausgesetzt, was einer Tierquälerei gleichkommt. Häufig führt das sogar zum Tode.

Durch Buttersäure Maulwurf und Wühlmaus vertreiben

Bei Buttersäure handelt es sich um eine sogenannte Carbonsäure. Chemiker nennen sie auch Butansäure. Obwohl sie sehr kurzkettig ist (nur vier Kohlenstoffatome) zählt sie zu den Fettsäuren. Sie entsteht unter anderem im Dickdarm beim Abbau nicht verdaubarer Kohlenhydrate durch Darmbakterien. Außerdem entsteht Buttersäure bei Fäulnisprozessen. Die organische Säure riecht schon in kleinsten Mengen für den Menschen und für viele andere Lebewesen äußerst unangenehm. Ihr Geruch erinnert an ranzige Butter oder Erbrochenem. Mit Buttersäure lassen sich Maulwurf und Wühlmaus gut vertreiben, da sie den Gestank genauso wenig lieben. Bei diesen Tieren ist der Geruchssinn stärker ausgeprägt als bei den Menschen. So können Sie geringe Mengen verwenden, die vom Menschen kaum wahrgenommen werden. Buttersäure riecht um so unangenehmer, je niedriger die Konzentration.

Buttersäure können Sie im Fachhandel oder im Internet problemlos erwerben. Die Buttersäure ist stark konzentriert, gehört aber trotzdem zu den weniger ätzenden Säuren. Sie ist farblos. Trotzdem muss bei der Verwendung Handschuhe getragen werden. Die Säure reagiert mit der Feuchtigkeit des Bodens in einer sogenannten Säure-Base-Reaktion. Erst dadurch entfaltet sich ihre volle Wirksamkeit. Wenn Sie mit Buttersäure eine Wühlmaus oder einen Maulwurf vertreiben wollen, dann sollten sie darauf achten, dass die Flasche immer gut verschlossen ist. Ansonsten riecht bald das ganze Haus nach dem Stoff. Bei der Verwendung gehen Sie äußerst sorgfältig vor. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen:

  1. Träufeln Sie etwas Buttersäure auf ein Tuch
  2. Führen Sie das Tuch in den Gang oder in den Hügel ein
  3. Wiederholen Sie diesen Vorgang bei allen anderen Hügel

Sie können auf keinen Fall durch den Einsatz von Buttersäure eine Wühlmaus vertreiben, wenn Sie nur einen Hügel behandeln. Wenn Sie in möglichst allen Gängen und Hügel die Buttersäure anbringen, bleibt dem Maulwurf oder der Wühlmaus keine andere Möglichkeit, als sich eine andere Wirkungsstätte zu suchen. Hinzu kommt außerdem, dass die Tiere einen guten Erinnerungssinn haben, was Gerüche angeht. Wenn Sie einmal einen Ort aufgesucht haben, an dem es unangenehm gerochen hat, dann bleiben sie diesem auch in Zukunft fern. Somit werden sie von den Tieren auch in Zukunft nicht mehr belästigt und sie benötigen keine Buttersäure für die Wühlmaus mehr.

Vorteile dieser Methode

  • Es ist für Maulwürfe und Wühlmäuse vollkommen harmlos
  • Die Tiere werden nachhaltig vertrieben, kommen also auch später nicht mehr zurück
  • Der Einsatz ist einfach und auch für den Menschen vollkommen gefahrlos
  • Buttersäure ist im Fachhandel oder im Internet günstig zu bekommen

Nachteile dieser Methode

  • Bei vielen Tieren im Garten kann die Arbeit sehr aufwändig werden
  • Es kann auch für den Menschen ein wenig unangenehm riechen

Vertreibung der Tiere mit Karbid

karbid
Karbid sieht aus wie graue Kieselsteine – die Wirkung macht den Unterschied.

Wer mit Buttersäure den Maulwurf nicht vertreiben kann oder will, dem steht mit Karbid eine Alternative zur Verfügung. Diese ist allerdings längst nicht so wirksam wie Buttersäure. Während bei der Buttersäure die Wühlmaus mit einer stark riechenden Flüssigkeit vertrieben wird, handelt es sich bei Karbid um ein Gas. Die Tiere werden dadurch ebenfalls nicht getötet, sondern vertrieben.
Karbid gibt es in fester Form zu kaufen. Der Stoff ist leicht entzündlich, so dass Sie auf gar keinen Fall gleichzeitig mit Feuer hantieren dürfen.

Die Anwendung ist sehr einfach. Graben Sie kleine Löcher in die Hügel und bringen Sie dort das Karbid ein. Merken Sie sich gut, wo sie den Stoff angewandt haben. Am besten Sie markieren die Stelle. Nun entwickelt sich das Gas und vertreibt die Tiere. Allerdings ist die Gaswirkung zeitlich sehr begrenzt, so dass Sie Karbid meist mehrmals anwenden müssen.

Vorteile bei der Verwendung von Karbid

  • Einfache Anwendung
  • Vertreibt Wühlmäuse ohne sie besonders zu schädigen

Nachteile bei der Verwendung von Karbid

  • Gesundheitsschädlicher als Buttersäure
  • Es ist sehr viel Karbid notwendig
  • Anwendung nur durch chemisch vorgebildete Person
  • Wirkung nicht besonders gut

Maulwurf und Wühlmaus mit Hausmitteln vertreiben

Neben Karbid und Buttersäure gibt es eine ganze Reihe von Hausmitteln, die auch wirksam sind.

  • Nehmen Sie Knoblauch aus dem Gemüsefach und zerbröckeln ihn in den Hügeln oder in den Gängen
  • Mottenpulver ist auch wirksam. Allerdings ist der enthaltene Stoff gesundheitsschädlich
  • Manche Gärtner haben die Tiere mit einer Mischung aus Buttermilch und Molke vertrieben
  • Der Geruch von Alkohol ist auch unangenehm. Das Tier muss den Alkohol nicht trinken, der Geruch genügt vollkommen. Stecken Sie Wein-, Bier- oder Spirituosenflaschen umgekehrt in die Maulwurfshügel

Vorteile von Haushaltsmittel

  • Schnelle Anwendung. Die Mittel sind oft im Haushalt vorrätig
  • Die Tiere werden nur vertrieben, nicht aber geschädigt (Vorsicht bei Mottenpulver)
  • Anwendung ist im Einklang mit dem Naturschutzgesetz

Nachteil von Haushaltsmittel

  • Die Wirksamkeit ist oft nicht sehr hoch

Maulwürfe und Wühlmäuse durch Geräusche vertreiben

Die ungebetenen Gäste reagieren nicht nur auf Gerüche sehr empfindlich, auch Geräusche können Sie für immer aus dem Garten vertreiben. Folgende Methoden können dabei zum Einsatz kommen.

  • Zunächst sollten Sie einen Versuch mit mehreren Windrädern machen. Die Geräusche genügen oft schon, den ungebetenen Gast zu vertreiben
  • Wirkungsvoller sind Metallstangen, die Sie in die Maulwurfshügel stecken. Schlagen Sie nun mit einem Hammer dagegen. Die Vibrationen und Geräusche vertreiben den Maulwurf und die Wühlmaus. Sie können sich auch eine entsprechende Konstruktion basteln, so dass der Wind regelmäßig einen Metallgegenstand gegen die Stange schlägt
  • Im Fachhandel sind Geräte erhältlich, welche auch Geräusche erzeugen. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Ultraschall. Dieser ist für den Menschen nicht hörbar, stellt also keine Geräuschbelästigung dar

Vorteile

  • Die Tiere werden nicht geschädigt, was vor allem bei Maulwürfen wichtig ist
  • Einfache Handhabung der Geräte
  • Bei der Verwendung von Ultraschall entsteht entstehen keine für den Menschen hörbare Geräusche

Nachteile

  • Nicht sehr wirksam
  • Manche Vorrichtungen können auch die Bewohner belästigen

Tipp: Von den genannten Möglichkeiten vertreibt Buttersäure die Wühlmaus und den Maulwurf am effektivsten. Diese Methode sollten Sie den Vorzug geben.