Der Maulwurf

Der Maulwurf gehört zur Ordnung der Insektenfresser. Insgesamt gibt es ungefähr 35 Arten. In Europa kommt nur der Europäische Maulwurf vor. Das Tier lebt unterirdisch und sucht dort nach Nahrung.

Der Körperbau und Lebensraum

Der Maulwurf ist nicht besonders groß. Je nach Art beträgt die Länge vom Kopf bis zum Rumpf zwischen 6 und 22 Zentimeter. Hinzu kommt noch die Länge des Schwanzes, die ebenfalls unterschiedlich ist. Bei der europäischen Art, die in erster Linie unterirdisch lebt, ist er wenige Zentimeter lang. Er ist nur wenig behaart. Die Haare sind ein Sinnesorgan, die dem Maulwurf bei der Orientierung nach hinten behilflich sind.

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Das Gebiss des Maulwurfs ist ebenfalls auf seine Lebensweise angepasst: Die Zähne sind auf die fleischliche Ernährung getrimmt.

Damit sich der Maulwurf gut im Erdreich bewegen kann, ist sein Körper walzenförmig. Der Hals ist sehr kurz und der Kopf ist spitz. Auch die Haare sind der Lebensweise im Erdreich angepasst. Sie weisen keine bestimme Wuchsrichtung auf. Das Tier kann sich deshalb sowohl nach vorne und auch zurück bewegen.

Die Gliedmaßen sind kurz, wobei die vorderen Gliedmaßen schaufelförmig ausgebildet sind. Bei den vorderen Extremitäten ist die Verbindung zwischen Oberarm und Schlüsselbein besonders beweglich.

Die Maulwürfe haben zwar keine Ohrmuscheln, können aber trotzdem gut hören. Da das Tier im Dunkeln lebt, ist der Gesichtssinn eingeschränkt Es ist zwar nicht vollkommen blind, kann aber nur zwischen hell und dunkel unterscheiden.

Der Maulwurf kommt in der Nordhalbkugel in verschiedenen gemäßigten Lebensräumen vor. In Eurasien ist er in Großbritannien ebenso zu finden wie in Spanien. Auch der japanische Gärtner muss sich mit diesem Tier auseinandersetzen. In Nordamerika reicht die Verbreitung vom Süden Kanadas bis zum Norden von Mexiko. In Hochgebirgsregionen und in sehr trockenen Gebieten kommt der Insektenfresser nicht vor. Ebenso fehlt er in polaren und subpolaren Regionen.

Lebensraum und Verbreitung

Der Maulwurf lebt unterirdisch und gräbt dort seine Gänge. Das überflüssige Material verfrachtet er an die Oberfläche. Der Gartenbesitzer sieht die Maulwurfshügel und überlegt sich Strategien um den Maulwurf zu vertreiben. Das Tier ist für den Garten nicht schädlich, sondern hilft bei der Bodenbildung mit. Er durchmischt den Boden und lockert ihn auf. Seine Tätigkeit erstreckt sich dabei nicht nur auf die Nähe zur Oberfläche, sondern er gräbt auch tiefer. Vor allem im Winter ist das Tier in tieferen Regionen zu finden.

Der Maulwurf lebt normalerweise nicht mit anderen Tieren zusammen, er reagiert sogar auf die Artgenossen aggressiv. Da er sich nicht am Sonnenlicht orientieren kann, kennt er keinen üblichen Tag-Nachtrhythmus. Vom Europäischen Maulwurf ist bekannt, dass er drei Aktivitätsphasen kennt, die von einer Ruhephase unterbrochen werden. Er ist meist am Vormittag, am Nachmittag und in der Nacht aktiv. Sie halten keinen Winterschlaf, sondern verlagern ihre Aktivitäten auf tiefere Erdregionen. Der Europäische Maulwurf legt für die Wintervorräte einen Vorrat an Regenwürmer an.

Der Europäische Maulwurf paart sich normalerweise im Frühjahr. Die Tragzeit beträgt zwischen einer und vier Wochen. Das Weibchen wirft zwei bis sieben Jungtiere. Die Tiere sind anfangs nackt und nur etwa so groß wie eine Bohne. Die Mutter säugt sie die ersten sechs Wochen. Geschlechtsreif werden sie erst im zweiten Lebensjahr.

Nahrung

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Regenwürmer sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrung eines Maulwurfs.

Der Speiseplan der Tiere ist von Art zu Art sehr unterschiedlich. Sie hängt auch von der Jahreszeit und der Bodenbeschaffenheit ab. Der Europäische Maulwurf sucht in den Gängen nach Regenwürmer, Ringelwürmer oder Insekten. Sie verschmähen auch kleine Wirbeltiere und Larven nicht.

Manchmal essen sie auch die unterirdischen Teile von Pflanzen, was aber eine untergeordnete Rolle spielt. Die Stoffwechselrate des Tieres ist sehr hoch, so dass er bis zur Hälfte seines Gewichts als Nahrung zu sich nehmen muss. Wenn das Tier länger als 24 Stunden keine Nahrung bekommt, dann verhungert er.

Gefährdung durch Feinde und den Menschen

Zu den wichtigsten Feinden zählt der Mensch, doch auch andere Tiere haben es auf dem Maulwurf abgesehen. Der Maulwurf kann bis zu fünf Jahre alt werden, erreicht dieses Alter aber selten. Sie gehören zur Nahrung von einigen Vögeln (Eulen, Bussarde, Störche, Raben) und Raubtieren (Füchse). Auch von Haushunden und Katzen werden sie bedroht.

Der Mensch stellt den Tieren schon seit Hunderten von Jahren nach. Meist sind es aber nur ästhetische Gründe, weil der Maulwurfshügel das Bild des Englischen Rasens stört. Wirkliche Schäden richtet der Maulwurf kaum an. Manchmal können Erntegeräte durch die Gänge beschädigt werden. Gelegentlich benutzen Wühlmäuse die Gänge.
Wer einen Maulwurf vertreiben will, muss die Artenschutzverordnung beachten. Diese stellt jedes Säugetier in Deutschland unter einem besonderen Schutz. Es darf nicht getötet und verletzt werden. Mit Buttersäure können Sie den Maulwurf allerdings vertreiben.